Gemeinde Ursensollen

Artenschutz/Biodiversität - Details



Bild: Franz Mädler

Als Biodiversitätsgemeinde beim Projekt „Marktplatz der biologischen Vielfalt“ will die Gemeinde Ursensollen auch mit dem Projekt „Vogelparadies“ am Ortsrand von Ursensollen für mehr Biodiversität im Gemeindegebiet sorgen. Gemeinsam mit dem Naturpark Hirschwald entstand im Herbst 2019 die Idee, in unmittelbarer Nähe zum ehemaligen Bräukeller, der im Jahr 2018 als Fledermauskeller umfunktioniert wurde, ein „Vogelparadies“ zu errichten. In Zusammenarbeit mit Ranger Jonas Nelhiebel vom Naturpark Hirschwald wurde eine erste Vor-Evaluierung der vorkommenden Arten vorgenommen. Auf dem besagten Grundstück entsteht in den kommenden Jahren eine Fläche zur Förderung der heimischen Avifauna. Das „Vogelparadies“ soll für die heimischen und vorkommenden Brutvogelarten in unserer Region ausgebaut werden. Weiterhin sollen schwächer vertretene Arten durch spezielles Nahrungsangebot, Nistmöglichkeiten oder Wassermanagement der Feuchtgebiete gefördert werden, so dass auch diese Arten gestärkt werden. Ziel des Projekts ist es, die bestehenden Strukturen so zu gestalten, dass die heimischen Vogelarten sowohl bei ihrer Futtersuche, als auch bei ihren Nistplätzen, unterstützt werden.
Im Sommer wurden durch den gemeindlichen Bauhof verschiedene Lebensraumtypen wie
z. B. Reisighaufen, Steinhaufen und Totholzplätze errichtet. Um die bestehende Grünfläche optimal zu nutzen, wurde ein Mahdplan für die Altgras-Flächen aufgestellt. Dieser wird in den kommenden Jahren weitergeführt bis hin zur extensiv genutzten Wiese. Durch die Extensivierung des Grünlands werden krautige Pflanzen gefördert und dadurch das Nahrungsangebot für samenfressende Arten verbessert. Das üppige Blühangebot innerhalb der Altgrasstreifen fördert die Insektenvielfalt. Davon profitieren wieder insektenfressende Vogelarten und Fledermäuse. Durch die Ansiedlung eines Bienenvolkes soll den Besuchern auch die Bedeutung der Bestäubung durch Insekten nähergebracht werden. Zu den einzelnen Naturschutzmaßnahmen wurden Lehrtafeln angebracht, welche zur Naturschulung beitragen und sowohl im Selbststudium als auch in Naturführungen erkundet werden können. Durch das Anbringen von Nisthilfen soll in diesem Gebiet vor allem die Artenvielfalt der heimischen Vogelarten gestärkt werden. Daher werden sowohl Höhlen- als auch Halbhöhlenbrüterkästen angebracht, um vor allem den Gartenrotschwanz, Trauerschnäpper, Wendehals und die Bachstelze zu fördern.
„Mit der Errichtung unseres Vogelparadieses wollen wir nicht nur unseren Beitrag gegenüber der Natur leisten, sondern auch die Bevölkerung in ihrem Naturverständnis bilden“, so Bürgermeister Albert Geitner. Das "Vogelparadies" soll den Kindern und Jugendlichen dabei helfen, die erlernten Vogelarten im Schulunterricht in der Natur zu erkennen und ein Gespür für den Natur- und Artenschutz zu bekommen.
Unser Projekt soll weiterhin zur Sensibilisierung dienen, welche Schätze uns die Natur bietet. Der Naturpark Hirschwald wird künftig Naturführungen und Exkursionen für die naturparkbezogene Bildungsarbeit mit Kindergärten, Schulklassen und Interessierten anbieten. „Das "Vogelparadies" ist für alle Altersgruppen geeignet und soll in erster Linie zur Umweltbildung in der Natur beitragen“, so Jonas Nelhiebel Ranger des Naturparks Hirschwald.
Das "Vogelparadies" liegt am Ortsrand der Ortschaft Ursensollen, am Fuße des Schweppermannradweges zwischen Amberg und Lauterhofen und ist fußläufig oder mit dem Fahrrad sehr gut zu erreichen. Bereits am Schweppermannradweg sollen Fußgänger und Radfahrer auf den bestehenden Fledermauskeller sowie das „Vogelparadies“ aufmerksam gemacht werden. Durch die angebrachten Informationstafeln sollen Besucherinnen und Besucher zur Naturschulung eingeladen werden.

Auch im Jahr 2021 veranstaltet die Gemeinde Ursensollen in Zusammenarbeit mit dem Naturpark Hirschwald und dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) wieder einen Tag der biologischen Vielfalt am Dorfplatz Ursensollen. Dieser Tag soll zur Bewusstseinsbildung für den Natur- und Artenschutz beitragen. Informationsstände zum Thema Natur- und Artenschutz im privaten Bereich, Direktvermarkter, Biohöfe und sonstige Aussteller bieten von 11.00 Uhr bis 18.00 Uhr ihre breite Produktpalette an. Alle Besucherinnen und Besucher haben die Möglichkeit, sich zur Förderung der Biodiversität im kommunalen als auch im privaten Bereich zu informieren und sich für regionale- und Bioprodukte zu begeistern und diese zu erwerben. Auch für die kleinen Besucher wird ein kindgerechter Einblick in den Natur- und Artenschutz mit verschiedenen Aktionen gegeben. Für das leibliche Wohl wird mit Mittagstisch, Kaffee und Kuchen, Brotzeiten und Schmankerln bestens gesorgt. Weiterhin sind Exkursionen und Besichtigung im Gemeindegebiet geplant.



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