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Neujahrsempfang


Rede des stellv. Landrats Martin Weiß

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Kein Jahresanfang ohne Neujahrsempfang der Gemeinde Ursensollen. Das ist liebgewordene Tradition und immer ein gesellschaftlicher Höhepunkt. Neu in diesem Jahr war, dass der Empfang im "kubus", dem neuen Kultur- und Begegnungssaal der Gemeinde, stattfand.
Schier endlos erschien die Zahl der geladenen Gäste, die Bürgermeister Franz Mädler mit seinen Stellvertretern Norbert Schmid und Josef Hummel sowie seiner Amtsleiterin Marianne Bergmeier empfing. Bis auf den letzten Platz füllte sich der Saal. Wie schon bei den Empfängen in der Grundschule zuvor, galt auch diesmal das Treffen zum Jahreswechsel dem Dank und der Anerkennung der Bürger, der in der Gemeinde ehrenamtlich Tätigen, den Unternehmern, Kommunalpolitikern und Kirchenvertretern, eingebettet in ein abwechslungsreiches Programm aus Musik und geselligem Verweilen.

Der Neujahrsempfang dient Bürgermeister Franz Mädler auch, um Rechenschaft abzulegen über die Entwicklung der Gemeinde und anstehende Aufgaben und Probleme anzusprechen. "Der Jahreswechsel nötigt geradezu, einen Blick auf das vergangene und einen Ausblick auf das begonnene Jahr sowie auf die mittelfristige Entwicklung unserer Gemeinde zu werfen", so Mädler. Der Blick zurück galt dem Besuch des Ministerpräsidenten Horst Seehofer, der in den vier Stunden seines Aufenthaltes in der Gemeinde den Kontakt zur Schule und Schüler, zu Bürgern und Mandatsträgern gesucht hatte.
Höhepunkte seien zudem der Besuch von Staatsminister Helmut Brunner anlässlich des erfolgreichen Waldtausches und die Eröffnung des "kubus" durch Regierungspräsidentin Brigitta Brunner gewesen. "Solch hochkarätige Besuche sind nur das Salz in der Jahressuppe einer Gemeinde", leitete der Bürgermeister über zu weiteren Höhepunkten wie der 100-Jahr-Feier der FFW Hohenkemnath, dem internationalen Jugendmusikfestival und der ortsteilverbindenden Strickaktion.

Zu den anstehenden Aufgaben zählte der Bürgermeister die Versorgung der 38 Ortschaften mit schnellem Internet. Zwar würden immer wieder "Millionenförderungen" verkündet und "wie Säue durchs Dorf getrieben", hinterfrage man diese, seien die Zuwendungen an Auflagen gebunden, "die in klein strukturierten Gemeinden nicht greifen", verdeutlichte Mädler die Versorgungsproblematik. Allerdings habe man nun drei Gemeindeteile mit einer 7-MBit/s Funktechnik ausstatten können.

Zukunftsweisend sei die Gründung der "Kommunal GmbH Ursensollen" gewesen. Die Photovoltaikanlagen auf gemeindlichen Gebäuden bringen bereits eine Leistung von über 270 kWp. Nun stehe die Option zweier Windräder im Raum. Dazu werde es eine Bürgerversammlung geben. Passend zur Energiethematik sei die Umrüstung der 220 Straßenlampen auf LED, was im Jahr eine Ersparnis von 17.000 Euro ermögliche.

Noch in diesem Jahr sollen die Dorferneuerungsmaßnahmen in Hohenkemnath und Oberhof umgesetzt werden, berichtete Mädler weiter. Die Sanierung des Kindergartens St. Vitus stehe an und die Erweiterung des Gewerbegebietes um vier Hektar werde abgeschlossen. Aussicht auf Erfolg habe die Umgehungsstraße B299.

Die größte Herausforderung sei jedoch der demografische Wandel, der auch vor Ursensollen nicht halt mache. "Im Jahr 2012 wurden nur noch 22 Kinder geboren", sagte Mädler und verwies auf eine Erhebung, wonach bis in 17 Jahren der Landkreis rund 9.000 Einwohner verlieren werde. "Wir als lokal Verantwortliche können uns nur sehr begrenzt dieser katastrophalen Entwicklung entgegen stemmen." Ein schwacher Trost sei, dass Ursensollen eine der drei von 27 Landkreisgemeinden sei, der noch ein Bevölkerungswachstum prognostiziert werde.

Abgerundet wurde der Neujahrsempfang mit Grußworten von MdB Alois Karl, der sich für die Umgehungsstraße eingesetzt hatte. Er sprach von "schneidigen Bürgermeistern in der Oberpfalz" und dass es "Spaß macht, für die Oberpfalz zu wirken." Er gratulierte zu der "tollen Entwicklung" in Ursensollen. Dem schlossen sich MdL Tanja Schweiger sowie der stellvertretende Landrat Martin Weiß in ihren Grußworten an.

Einen Blick in die Sterne gwährte Professor Matthias Mändl mit Bildern des neuen Teleskops der Sternwarte Ursensollen. Ihren ersten, aber überzeugenden musikalischen Auftritt hatte die Formation "Somos amigos", echte Ursensollener Gewächse.

Seit 18 Jahren leiten Ambros Eiletz und sein Team die Bücherei der Gemeinde. Für dieses Ehrenamt wurde er bereits von Staatsministerin Christine Haderthauer ausgezeichnet. Bürgermeister Franz Mädler dankte Ambros und Gudrun Eiletz nun vor den vielen geladenen Gästen für ihren Einsatz.

Einige Tage vor dem Neujahrsempfang feierte Bürgermeister Mädler seinen 60. Geburtstag. Statt Geschenken bat er um Geldspenden für die Kirchenstiftung. Insgesamt sind 2.000 Euro zusammengekommen, die Mädler beim Empfang an Pfarrer Dr. Konrad Willi und Kirchenpflegerin Agnes Schneider übergab.

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